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Freelancer Texter Kosten

Was sollte ein guter Text wert sein?

Eine der ersten Fragen, die Kunden vorab stellen, ist: Was kostet es, wenn Sie  Texte für uns schreiben? Oft erkundigen sie sich auch nach meinem Wortpreis.
Ich halte die Abrechnung nach Anzahl der Wörter für Blödsinn (oder glauben Sie, für Werbeslogans wie „Wir sind Opel“, „Geiz ist geil“, „Bitte ein Bit“ wären je drei Wörter in Rechnung gestellt worden?), aber ganz so absurd ist die Frage nicht. Schließlich werben Agenturen wie Textbroker oder Content schon seit Jahren damit, dass man bei ihnen „hochwertige Texte ab schon 1,3 Cent/Wort“ zu allen Themenbereichen bekommt.
Hochwertige Texte, „Unique Content“? Von der Gebrauchsanweisung für den Toaster bis zum Ratgeber im Gesundheitsbereich? Zum absoluten Schnäppchenpreis? Klingt irgendwie seltsam! Aber natürlich auch verlockend. Warum sollten Sie es nicht ausprobieren? Was soll dabei schon schief gehen?

Hier sind vier Gründe, warum Sie es nicht tun sollten:

1. Sie wissen meist nicht, wer für Sie schreibt

Natürlich versichert man Ihnen bei Textbroker & Co., dass alle Texter und Texterinnen geprüft und nach Qualitätsstufe (Sterne) eingeordnet werden. Darüber hinaus erfahren Sie jedoch kaum etwas über die Person, die für Sie schreibt, und kommunizieren auch nicht mit ihr. Sollten Sie das Glück haben, mit den Texten ganz besonders zufrieden zu sein, können Sie den Autor auch über eine Custom-Order buchen. Das kostet dann aber deutlich mehr. Warum also nicht direkt einen Profi beauftragen und besser (und ohne Abzug der Provision für die Agentur) bezahlen?

2. Texter und Texterinnen bei Billig-Agenturen sind meist Laien

Wer schreibt für Agenturen wie Textbroker & Co.? In der Regel sind es Leute, die sich mit Texten etwas dazuverdienen: Studenten, Hausfrauen, Männer in Elternzeit, Arbeitslose und hoffnungsvolle Berufsanfänger (!), die es nicht besser wissen. Ich möchte keinen der Kolleginnen und Kollegen diffamieren, aber als Auftraggeber sollten Sie sich bewusst sein, dass selten Experten am Werk sind.
Wenn Sie Glück haben, geraten Sie an ein echtes Schreibtalent; wenn Sie Pech haben, an einen Dilettanten, der dazu noch unter enormem Zeitdruck steht, um wenigstens ein paar Cent zu verdienen. Denn Menschen, die zwischen 0,007 und 0,05 € pro Wort ausbezahlt bekommen, müssen Mengen produzieren und haben nicht die Zeit, sich inhaltlich näher mit der Materie zu befassen.

3. Schlechte Texte bringen Ihnen mehr Schaden als Nutzen

Gut möglich, dass der fertige Text nicht wirklich schlecht, aber auch kein echter Knaller ist. Im besten Fall richtet er dann keinen Schaden an, aber er tut auch nichts für Sie.
Würden Sie ein billiges Auto kaufen, obwohl es nicht fährt? Nein? Dann sollten Sie auch kein Geld in Texte investieren, die Sie und Ihr Unternehmen nicht voranbringen!

Die Texte auf Ihrer Webseite haben eine wichtige Aufgabe: Sie sollen Leser davon überzeugen, dass Ihre Produkte oder Dienstleistungen die richtigen sind. Sie sollen Besucher in Kunden verwandeln. Eine lieblose Textwüste dagegen schickt auch Besucher in die Wüste.

Ganz und gar schädlich sind zum Beispiel Texte, die von anderen Webseiten stammen und nur umformuliert wurden. Und das passiert häufig. Nicht, weil die Texter so einfallslos sind, sondern weil ihnen in der Kürze der Zeit gar nichts anderes übrig bleibt.
Suchmaschinen werten umgemodelte Texte zwar nicht als Duplicate Content, aber echte Leser merken, wenn ihnen fast das Gleiche wie auf anderen Seiten vorgesetzt wird.
Menschen sind anspruchsvoller als Google und Co. Wenn der Text hölzern, unverständlich oder langweilig ist, klicken sie schnell auf eine andere Seite. Und das womöglich für immer.

4. Sie wollen für gute Arbeit fair bezahlt werden. Ihre Texterin auch.

 
Als Vier-Sterne-Autorin bei Textbroker (ja, auch ich habe mich dort als Anfängerin registriert, aber gleich wieder ausgetragen) hätte ich für diesen Blog-Beitrag mit rund 680 Wörtern etwa 13,60 € bekommen. Berücksichtigt man die zwei Stunden, die ich daran gesessen habe, entspricht das knapp die Hälfte vom Mindestlohn einer Reinigungskraft oder einer polnischen Spargelstecherin.

Über Arbeitsbedingungen in den Kleiderfabriken von Bangladesch ist in den Medien rege diskutiert worden, aber was ist hierzulande mit Billiglöhnen im Online-Bereich? Wollen Sie diese Form von Ausbeutung wirklich unterstützen?
Sie als Auftraggeber haben es in der Hand: Sie können darauf vertrauen, dass Texter und Autoren bei Billig-Agenturen für Fließbandarbeit an der Tastatur einigermaßen bezahlt werden und sich damit schon irgendwie über Wasser halten werden.
Oder Sie entscheiden, auf Augenhöhe miteinander umzugehen und Ihren Texter, Ihre Texterin für gute Arbeit angemessen zu honorieren.

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